Dollarkursentwicklung aktuell - Euro Dollar Prognosen

US-Notenbank weiß, dass sie nichts weiß

Der Euro sinkt deutlich unter 1,10 Dollar. Ursache ist das Wörtchen "etwas". Die US-Notenbank (Fed) fügt es in ihre geldpolitische Lagebeurteilung ein und beschleunigt damit die Talfahrt des Euro-Dollar-Kurses. Nach enttäuschenden Wachstumszahlen aus den USA mehren sich die Anzeichen, dass die Fed den Mund zu voll genommen hat.

Am Währungsmarkt zahlen Devisenhändler aktuell 1,09 Dollar für 1 Euro. Das sind knapp zwei Cents weniger als vor der Fed-Sitzung, als die Gemeinschaftswährung 1,1085 Dollar kostete.

Der seit Dezember 2008 bei 0-0,25 Prozent liegenden Leitzins werde erhöht, sollte man eine noch etwas weitergehende Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt sehen, schreibt die US-Notenbank. Das Codewort etwas ist neu. Die Lagebeurteilung vom Juni kam noch ohne dieses Wörtchen aus.

Sollte Notenbankchefin Janet Yellen ihre Meinung nicht ändern, müssten monatliche Stellenzuwächse im Juli und August von mehr als 200.000 ausreichen, damit es im September zu einer Zinserhöhung kommt.

Wachstum

Die US-Konjunktur könnte einer Anhebung des Leitzinssatzes einen Strich durch die Rechnung machen.

Nachdem die Wirtschaft im ersten Quartal um 0,2 Prozent schrumpfte, schaffte sie es zwar im zweiten Quartal auf den Wachstumspfad zurückzufinden. Der Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) blieb jedoch mit einer aufs Jahre hochgerechneten Wachstumsrate von 2,3 Prozent unter den Erwartungen, wie das US-Wirtschaftsministerium heute mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Plus von 2,6 Prozent gerechnet.

Gegen eine Zinserhöhung im September spricht ferner, dass die Fed sich eine Hintertür offen gelassen hat. Neben der etwas weitergehenden Verbesserung am Arbeitsmarkt will man sicher sein, dass die Inflation auf zwei Prozent steigt. Schwächt sich aber die Konjunktur ab, dann schwächt sich auch die Inflationsentwicklung ab, so dass die Zinsen aus der Sichtweise der Fed nicht angehoben werden können.

18 Banken sehen Euro bei $1,08 (Sep.15) und $1,07 (Dez.15)

Die deutsche Finanzwirtschaft sieht auf den Euro eine Talfahrt mit angezogener Handbremse zukommen. Demnach dürfte die Gemeinschaftswährung von einem ganz großen Absturz, wie er gerne von den US-Banken prognostiziert wird, verschont bleiben. Sogar eine Rückkehr des Euro auf 1,20 Dollar wäre keine Überraschung.

"Hinsichtlich des USD/EUR-Wechselkurses liegt die Konsenserwartung zum Ende des dritten Quartals mit 1,08 USD/EUR unter dem Ausgangswert von 1,1133 USD/EUR am Abgabetag", erläutert das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Umfrageergebnisse.

Am pessimistischen fällt die Wechselkursprognose der Deutschen Bank und die der noch zu ihr gehörenden Postbank aus. Die Devisenexperten beider Geldhäusern rechnen bis Ende September 2015 mit einem Rückgang des Euro-Dollar-Kurses auf 1,02. Damit unterbietet man sogar eine Dollarkurs Prognose von Morgan Stanley, die für ihre skeptische Haltung zum Euro bekannt ist.

Die Unicredit (früher HypoVereinsbank) besetzt das obere Ende des vom ZEW-Instituts erfassten Prognosespektrums. Sie erwartet einen Anstieg des EUR/USD-Wechselkurses auf 1,16. Sollte sich diese Dollarkurs Prognose als richtig herausstellen, würde der Euro um vier Prozent aufwerten.

Auf Sicht von sechs Monaten erwartet die deutsche Finanzwirtschaft den Euro im Mittel bei 1,07 Dollar. Die Ausreißer unter den 18 befragten Geldhäuser sind wieder Deutsche Bank und Postbank, die für das Jahresende 1 Euro = 1 Dollar prognostizieren. Die Landesbank Hessen-Thüringen ist mit einem Zielkurs von EUR/USD 1,20 der größte Optimist.

Quelle:
ZEW-Prognosetest im Juli 2015

Dollarkurs Prognose 2016 von Morgan Stanley sieht Parität

Der US-Dollar nimmt dem Euro seine Gewinne wieder weg, und so steht der EUR/USD-Wechselkurs kurz davor unter 1,10 abzutauchen. Gute Konjunkturdaten aus Amerikas Industrie untermauern die Schwächephase der Gemeinschaftswährung, die gemäß den Dollarkurs Prognosen von Morgan Stanley anhalten wird. Aktuell steht der Euro Dollarkurs bei 1,1051. In den USA muss man für 1 Dollar umgerechnet 0,9049 Euro hinblättern.

Bestätigt werden die vielversprechenden Dollarkurs Prognosen der US-Bank durch einen steigenden US-Auftragseingang von langlebigen Industriegütern. Überraschend kletterten die Bestellungen für die so genannten "Big Ticket Items" im Juni 2015 um 3,2 Prozent nach einem Rückgang von 2,2 Prozent im Vormonat. Der Kernindex, der die schwankungsanfälligen Bestellungen für Flugzeuge ausklammert und von Analysten stärker beachtet wird, kletterte von 0,0 Prozent auf 0,8 Prozent.

"Während die von Griechenland und China ausgehenden Risiken abnehmen, gehen wir davon aus, dass sich der Markt auf die Zinserhöhungen der Fed konzentrieren wird", heißt es in einem aktuellen Ausblick für den Devisenmarkt von Morgan Stanley. Die Märkte würden derzeit eine erste US-Leitzinserhöhung in sechs Monaten einpreisen. Es bestehe aber die Möglichkeit, dass der Zinsschritt aufgrund von guten Konjunkturdaten vorgezogen werde, was den Dollar stärker machen würde.

Gemäß den aktuellen Dollarkurs Prognosen von Morgan Stanley wird der Euro
  • bis September 2015 auf 1,08 Dollar,
  • bis Dezember 2015 auf 1,05 Dollar,
  • bis März 2016 auf 1,03 Dollar und
  • bis Juni 2016 auf 1,00 Dollar sinken.


Aus charttechnischer Sicht erscheinen obige Wechselkursprognosen plausibel. Denn der Euro-Dollar-Kurs befindet sich in einem mehrjährigen Abwärtstrend. Ein Ende des Trendverlaufs wäre erst bei einem Anstieg des Euros über die obere Linie des Trendkanals angezeigt. Dazu müsste der Euro-Wechselkurs in den kommenden Monaten über 1,25 Dollar klettern. Selbst die größten Optimisten unter den Devisenexperten der Banken rechnen nicht mit einer so starken Zunahme.

Die Charttechnik favorisiert zwar eine Fortsetzung der Talfahrt. Allerdings ist auch ein solches Szenario bisher nicht in trockenen Tüchern. Damit der Abwärtstrend neue Nahrung bekommt, muss der Euro zunächst das 12-Jahrestief vom März 2015 bei 1,0462 Dollar knacken. Danach sieht es derzeit nicht aus. In den kommenden Monaten könnte es daher auf eine Seitwärtsbewegung des Euro-Dollar-Kurses zwischen 1,08 und 1,14 hinauslaufen.

1,10 oder 1,20 USD? Euro steckt Kopf nicht in den Sand

Die guten Nachrichten aus der Eurozone sprudeln, und so klettert der EUR/USD-Kurs auf den höchsten Stand seit zwei Wochen. In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist die Stimmung prächtig. Auch in Frankreich nimmt die Konjunktur Fahrt auf. In Anbetracht der guten Wachstumsaussichten für den Euroraum müsste es schon mit dem Teufel zugehen, damit der Euro auf 1,00 Dollar in den Keller rauscht.

Der Eurokurs legt den vierten Handelstag in Folge zu. Für 1 Euro werden aktuell 1,1130 Dollar bezahlt. Sollte der Wechselkurs über einen bei 1,1180 liegenden Widerstand springen, könne es sehr rasch auf 1,1450 gehen, sagt die Charttechnik. Aufpassen muss die Gemeinschaftswährung im Falle eines Rücksetzers erst bei 1,0810 Dollar. Erst wenn diese Unterstützung bricht, wäre Platz für einen Absturz auf 1,00-1,05.

"Die Lageeinschätzungen der Unternehmen verbesserten sich nach einem Dämpfer im Vormonat deutlich. Auch die Geschäftsaussichten waren nach drei Rückgängen in Folge wieder etwas optimistischer", kommentiert der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn den Geschäftsklimaindex für Juli. Der Index für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands klettert auf 108,0 Punkten nach 107,5 Zähler im Vormonat.

Auch Frankreichs Industrie ist auf dem aufsteigenden Ast. Die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas hellt sich stärker auf als erwartet. Ein von der französischen Statistikbehörde Insee erhobener Index erhöht sich im Juli auf 102 Punkte nach 100 Punkte im Juni. Unter den großen Volkswirtschaften des Euroraums war Frankreich bisher der Nachzügler. In Deutschland, Italien und vor allem Spanien ist das Wachstum wesentlich stärker. Dies könnte sich nun ändern. Frankreich holt auf.

Wenn nicht mehr in diesem Jahr, dann doch spätestens im nächsten Jahr dürfte der Euro zu alter Stärke gegenüber dem US-Dollar zurückfinden, sagen immer mehr Devisenexperten. Denn das Wachstum in der Eurozone wird sich bis dahin nach Einschätzung der EU-Kommission auf 1,9 Prozent beschleunigen. Darüber hinaus dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) 2016 mit dem Ankauf von Staatsanleihen aufhören.

Im Mai 2014, bevor die EZB mit immer neuen Lockerungsmaßnahmen den Euro in die Knie zwang, notierte der Euro-Dollar-Kurs noch bei 1,3994. Im März 2015 stand der Euro dann mit 1,0462 auf dem tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Es könnte darauf hinauslaufen, dass sich der Euro 2016 in der Mitte bei 1,20-1,25 Dollar einpendelt.

1€=1$: Deutsche Bank Paritäts-Prognose ein Hirngespinst?

Die Konjunktur in der Eurozone nimmt Fahrt auf, und so klettert der EUR/USD-Kurs über 1,10. Weil der Aufschwung gerade erst so richtig losgeht, müsste es eigentlich schon mit dem Teufel zugehen, wenn der Euro nicht weiter steigt. Die Devisenexperten der Deutschen Bank teilen diese Auffassung nicht. Sie gehen davon aus, dass der Euro-Dollar-Kurs bis Jahresende auf ein Verhältnis von 1 zu 1 (Parität) abtaucht.

Im Euroraum stehen die Wachstumsampeln trotz Griechenland-Krise auf grün. Es gibt bisher kaum konjunkturelle Bremsspuren. "Die Eurozone expandierte im Juli zwar mit leicht verringertem Tempo, die Wachstumsrate war jedoch erneut eine der höchsten der zurückliegenden vier Jahre", meldet das Forschungsinstitut Markit. Der von Markit erhobene Sammelindex für den Dienstleistungsbereich und den Industriesektor lag im Juli mit 53,7 Punkten deutlich über der bei 50 Zählern entlang verlaufenden Wachstumsschwelle.

Der Eurokurs klettert von 1,0810 Dollar auf 1,1020 Dollar. Trotz des Anstiegs um gut zwei Cents ist die Gemeinschaftswährung nach Einschätzung der Berenberg Bank damit noch nicht aus dem Schneider. Ein Erholung auf 1,1050 sei nämlich jederzeit möglich und nichts Besonderes. Auch bei der Deutschen Bank überwiegt die Skepsis. Analyst Jim Reid bekräftigt noch einmal die EUR/USD-Prognose seines Hauses, wonach der Euro auf 1,00 Dollar bis Jahresende fallen wird.

Das Bigger Picture deutet darauf hin, dass der Euro ab Herbst beginnen könnte zu steigen. Denn die Wirtschaft im Euroraum wird nach Einschätzung der EU-Kommission ihr Wachstum von 1,5 Prozent im laufenden Jahr auf 1,9 Prozent im nächsten Jahr beschleunigen. Die anziehende Konjunktur, die Exportüberschüsse sowie eine um zehn Prozentpunkte niedrigere Schuldenstandsquote im Vergleich zu den USA sind drei triftige Gründe für den Euro auf die von der Landesbank Hessen-Thüringen prognostizierten 1,20 Dollar zu klettern.

Einem Anstieg des Euros steht allerdings eine Institution im Weg: Die Europäische Zentralbank (EZB). Sie hält an der ultralockeren Geldpolitik unbeirrt fest. Der über die Notenpresse finanzierte massenhafte Ankauf von Staatsanleihen bringt den Euro immer wieder aufs neue in die Bredouille. Der wirtschaftliche Aufschwung im Euroraum dürfte aber dazu beitragen, dass die Märkte nach der Sommerpause verstärkt darüber nachdenken, wann die EZB damit beginnt ihre Käufe von 60 Milliarden Euro pro Monat zu drosseln.

Sollte dann noch die US-Notenbank (Fed) die Zinsen sehr viel langsamer anheben, als es bis jetzt den Anschein hat, könnte der Euro im Nu auf 1,20 Dollar steigen.

Wo steht der Euro Ende 2015? Ein Pro und Contra

Der Euro hat in diesem Jahr gegenüber dem US-Dollar um elf Prozent abgewertet. Damit habe die Gemeinschaftswährung das Gröbste überstanden. Spekulanten dürften ihre Wetten auf einen fallenden Euro-Dollar-Kurs nun auflösen, sagt die Landesbank Hessen-Thüringen. Bei der Commerzbank rechnet man mit einer Renaissance der Dollarstärke.

Zwischen dem 2. Januar 2015 und dem 20. Juli 2015 sank der Eurokurs von 1,2105 Dollar auf 1,0810 Dollar (-10,70 Prozent). Verschärft wurde die Talfahrt von dem Kaufprogramm von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Griechenland-Krise. Hinzu kommt eine sich abzeichnende Zinswende in den USA.

"Bewertungsindikatoren signalisieren eindeutig einen höheren Euro-Dollar-Kurs. Die Spekulanten, die ohnehin schon vorsichtiger geworden sind, dürften, wenn eine neuerliche Euro-Abwertung ausbleibt, ihre Wetten gegen die Gemeinschaftswährung weiter auflösen", heißt es in einem aktuellen Marktkommentar der Landesbank Hessen-Thüringen.

Gemäß den Dollarkurs Prognosen der Landesbank wird der Euro bis Ende September 2015 auf 1,15 Dollar und bis Ende Dezember 2015 auf 1,20 Dollar steigen. Hoffnungen auf eine Ausweitung des EZB-Kaufprogramms würden voraussichtlich enttäuscht werden, da sich das Wachstum in der Eurozone verstetige.

Die Commerzbank sieht den Euro im Spätsommer auf 1,06 Dollar und bis Jahresende auf 1,04 Dollar fallen. Man sei davon überzeugt, dass die US-Notenbank (Fed) in laufenden Jahr zweimal die Leitzinsen erhöhen werde, begründet Deutschlands zweitgrößte Bank. Bisher gingen die meisten Marktbeobachter lediglich von einer Zinserhöhung aus.

Sollte sich heraus kristallisieren, dass der seit Dezember bei 0 Prozent liegenden US-Leitzins gleich zweimal angehoben wird, dürfte der Dollar noch einmal deutlich zulegen. Die Commerzbank erwartet, dass das 12-Jahrestief des Euro-Dollar-Kurses vom 13. März 2015 bei 1,0462 unterboten wird.

Erst Geuro dann Grexit und danach die Drachme

Die angestrebte Rettung Griechenlands überzeugt nicht, und so sinkt der Eurokurs von 1,1215 Dollar auf 1,0930 Dollar. Gegenüber dem als sichern Hafen wahrgenommenen Schweizer Franken gibt der Euro von 1,0525 auf 1,0385 Franken nach. Die Zankerei im Euroraum geht weiter. Kommt erst die Parallelwährung Geuro und dann der Grexit?

Sollte es sich Alexis Tsipras und seine Griechen anders überlegen, kann es immer noch zu einem Euro-Austritts Griechenland kommen. Denn die Möglichkeit eines Grexit wird in dem Positionspapier des letzten Euro-Sondergipfel erwähnt. Tsipras macht keinen Hehl daraus, was er von den Maßnahmen hält. In eine Fernsehinterview sagt er:

"Ich übernehme die Verantwortung für einen Text, an den ich nicht glaube, aber den ich unterzeichnet habe, um ein Desaster für das Land zu vermeiden, den Kollaps der Banken."
Alexis Tsipras

Wer die Ausführungen des griechischen Ministerpräsidenten zu Ende denkt, kommt zu der Schlussfolgerung, dass das Tohuwabohu bald wieder von vorne losgeht. Sobald die griechischen Banken mithilfe frischer Gelder und Garantien aus den anderen Euroländern in die Lage versetzt werden wieder zu öffnen, könnte Tsipras für neue Paukenschläge sorgen.

Griechenland braucht eine Brückenfinanzierung, bis das Land neue Hilfsgelder aus dem Rettungsschirm bekommen soll. Der Finanzbedarf für die nächsten Wochen beläuft sich auf etwa sieben Milliarden Euro. Um diesen Bedarf zu decken, könne Athen eine Parallelwährung in Form von Schuldscheinen ausgeben, schlägt Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble vor.

Der Einsatz von Geuro-Schuldscheinen, mit denen Griechenland die Gehälter seiner Staatsbediensteten und Rentner bezahlt könnte, ist unter Experten höchst umstritten. Es bestünde die Möglichkeit, dass sich der Geuro zu einem Vorboten der Drachme entwickeln würde.
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