Dollarkursentwicklung aktuell - Euro Dollar Prognosen

Hoffnung auf ein Ende im Griechenland-Drama

Meldungen über eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern helfen dem Euro. Die Gemeinschaftswährung klettert auf 1,0910 Dollar, nachdem sie zuvor auf ein Vierwochentief bei 1,0820 absackte. Ein nun auf der Fachebene ausgearbeiteter Einigungsentwurf kommt, nachdem sich EU-Kommissionspräsident Juncker den griechischen Finanzminister zur Brust genommen hat.

Finanzminister Yanis Varoufakis, der im Januar noch tönte, dass seine Vorschläge selbst Wolfgang Schäuble nicht ablehnen könne, schockt die Griechen mit der Idee einer Geldautomaten-Steuer. Darüber ist sein Chef Alexis Tsipras so verärgert, dass er den Vorschlag umgehend dementieren lässt.

"Varoufakis hilft dem Prozess nicht. Er ist der Finanzminister eines Landes, das großen Problemen gegenüber steht. Er macht nicht den Eindruck, als ob er das wüsste", kritisiert Jean-Claude Juncker im Gespräch mit der Nachrichtenagentur MNSI.


Aus charttechnischer Sicht müsste der Euro über 1,1030 Dollar steigen, um sich aus der Abwärtsbewegung der letzten Wochen zu befreien. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es auf 1,0715 bergab geht. Sollte diese Unterstützung nicht halten, wäre Platz für einen Rückgang auf die im März und April erreichten Tiefstände bei 1,0460 und 1,0520.

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Krisenangst und Fed-Zinsen: Eurokurs sinkt auf 1,0868 USD

Der Euro-Dollar-Kurs purzelt auf 1,0868. Das ist der tiefste Stand seit einem Monat. Spanien kommt auf die Krisenagenda. In Italien fürchtet man eine Destabilisierung des Euroraums. Solide Konjunkturdaten aus den USA geben der Gemeinschaftswährung den Rest.

6 Cents hat der Euro inzwischen eingebüßt. Am 15. Mai 2015 war 1 Euro noch bis zu 1,1466 Dollar wert. In Anbetracht neu aufflackernder Risiken in Spanien ist eine Ende der Schwächephase nicht in Sicht. Die Regionalwahlen in Spanien vom Wochenende brachten einen Linksruck.

Sollte die spanischen Linkspopulisten bis zu den Parlamentswahlen im November noch mehr Zulauf erhalten, könnte das Land die wachstumsfreundliche Politik aufkündigen. Zusammen mit Griechenland, das weit davon entfernt ist seine Dauerkrise zu beenden, würde der gesamte Euroraum ins Schlingern geraten.

In Italien zeigt man sich bereits besorgt über mögliche Ansteckungseffekte. Die Unsicherheit über den Ausgang der Schuldenverhandlungen mit Griechenland könnte zu einer Destabilisierung der Eurozone führen, warnte der italienische Notenbankchef, EZB-Ratsmitglied Ignazio Visco.

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Neben den Sorgen vor weiteren Episoden der Schuldenkrise gerät der Euro wegen guten US-Konjunkturdaten unter Verkaufsdruck. Zentrale Wirtschaftsdaten vom Häusermarkt, der Verbraucherstimmung und den Auftragseingängen langlebiger Industriegüter fallen freundlich aus.

Damit steigen die Chancen auf eine Zinserhöhung. Die US-Notenbank (Fed) hielt sich zuletzt ausdrücklich die Option offen, bereits auf ihrer nächsten Sitzung am 16./17. Juni den Leitzins anzuheben.

Euro purzelt wegen EZB-Trickserei auf 1,0960 Dollar

Der Eurokurs sinkt unter 1,10 Dollar, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) Hedgefonds mit Insider-Informationen versorgt. Am Devisenmarkt sinkt die Gemeinschaftswährung am Pfingstmontag auf ein Vierwochentief bei 1,0960 Dollar.

Ob er da vielleicht schon die Karriereplanung nach seiner Zeit als EZB-Direktor im Auge hatte, weiß wohl nur Benoit Coeure. Der für das Wertpapierkaufprogramm zuständige Franzose kündigt bei einem Abendessen mit der Londoner Hochfinanz an, die Käufe von Staatsanleihen vorübergehend auszuweiten. Die Öffentlichkeit erfährt erst am nächsten Tag von den Plänen.

Während die Aussagen von Coeure in die Märkte einsickern, kommt es zu großen Kursverlusten des Euros. Er sinkt von 1,1450 auf 1,1062 Dollar, macht eine kleine Pause, und fällt schließlich unter die psychologische Marke bei 1,10 Dollar.

Im Mai und Juni will die EZB für mehr als 60 Milliarden Euro pro Monat für den Kauf von Anleihen ausgeben, dafür aber im Juli und August entsprechend kürzer treten. Weil der Devisenmarkt wie ein schlechter Schachspiel ist, der immer nur einen Zug im voraus denken kann, konzentriert man sich auf die Ausweitung der Käufe.

Der EZB wird nachgesagt, dass sie mit der ungewöhnlichen Ankündigungsaktion versucht den Märkten wieder zu zeigen, wer Herr im Haus ist. Es geht ihr darum den mysteriösen Zinsanstieg bei den Staatsanleihen, die sie kauft, umzukehren.

In Ländern wie Spanien beginnt es allmählich zu knirschen. Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen kletterten seit Mitte März 2015 von 1,15 Prozent auf aktuell 1,79 Prozent. Berücksichtigt man die bei -0,8 Prozent liegende jährliche Inflation in Spanien, ergibt sich ein Realzins von 2,6 Prozent. In Deutschland liegt dieser Satz bei nur 0,3 Prozent.

Der wachsende Zinsunterschied ist ein Indiz dafür, dass die Euro-Südstaaten nicht genug getan haben, um ihre Wettbewerbsnachteile gegenüber den Nordstaaten abzubauen.

Absturz auf 1,11 USD: Euro tanzt nach Draghis Pfeife

Der Euro ist wieder im Sinkflug, und so nähert sich der EUR/USD-Wechselkurs mit großem Tempo der Marke von 1,10. Für die Europäische Zentralbank (EZB) ging der vorangegangene Anstieg offenbar zu weit. Sie bremst die Gemeinschaftswährung durch eine Intensivierung der Käufe von Staatsanleihen ganz bewusst aus.

Der Eurokurs bricht von 1,1450 Dollar auf 1,1118 Dollar ein. Die Verluste intensivieren sich, nachdem der für die Käufe von Staatsanleihen zuständige EZB-Direktor, Benoit Coeure, eine Erhöhung bekannt gibt. Man werde im Mai und Juni mehr Staatsanleihen kaufen, sagte Coeure in London. Das sei wegen der geringen Handelsumsätze im Juli und August notwendig. Während des Hochsommers würden entsprechend weniger Papiere gekauft.

Was auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Vorgang aussieht, sei in Wahrheit das Streben der EZB Wechselkurse und Zinsen nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Mario Draghi habe in den letzten Jahren stets eingegriffen, wenn ihm die Preisbildung an den Finanzmärkten nicht passte, sagen Kritiker. Im Prinzip sei das nichts anderes als Planwirtschaft für Finanzmärkte.


Diesmal greift die EZB offenbar ein, weil das Wiedererstarken des Euros, der kurz davor stand über 1,15 Dollar zu steigen, die wirtschaftliche Erholung im Euroraum gefährden würde.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich in Deutschland im Mai überraschend stark eingetrübt. Auch der von dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index für den Euroraum fiel schwächer aus als von Volkswirten erwartet.

Mario Draghi und seine EZB-Direktoren können offenbar auch den jüngsten Zinsanstieg bei Staatsanleihen nicht ertragen. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass die EZB mit ihrer Maßnahme die Käufe von Staatsanleihen vorübergehend auszuweiten, ganz bewusst das Ziel verfolgt, den Eurokurs und die Zinsen zu drücken. Bisher ist ihr das auch gelungen.

IWF-Brandbrief macht dem Euro weiche Knie

Der Euro sinkt nach einem Brandbrief des Internationalen Währungsfonds (IWF) um 1,5 Prozent auf 1,1298 Dollar. Nach seinem bestehenden Regelwerk darf der IWF kein Geld mehr nach Griechenland pumpen. Darüber hinaus droht der nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen Institution zum ersten Mal in ihrer Geschichte verliehenes Geld nicht zurück zu bekommen.

Am 5. Juni muss die griechische Regierung eine Kreditrate von 1,5 Milliarden Euro beim IWF tilgen. In den kommenden drei Monaten müssten insgesamt 11 Milliarden zurückgezahlt werden. Dass sei nicht zu schaffen, schreibt die zuständige Expertengruppe in einem Brief an ihre Chefin Christine Lagarde.

Weil es keine Anzeichen für Reformen gebe, sei die Auszahlung weiterer Gelder nicht möglich. Der IWF darf nur Geld verleihen, wenn die Schuldentragfähigkeit eines Landes intakt ist. Kurz: Er darf schlechtem Geld kein gutes hinterher werfen. Genau das tun die Euro-Finanzmister aber seit Jahren.

Eingefedelt hat die Politik der Geldgeschenke der frühere Eurogruppen-Chef und der heutige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Der Luxemburger liefert dieser Tage gleich einen neuen Vorschlag. Griechenland soll demnach für jede Reform, die es durchführt, scheibchenweise ein wenig Geld bekommen.

An solchen Teilzahlungsvereinbarungen hat der IWF, der bei Programmen in anderen Ländern in der Vergangenheit stets sein Geld zurück bekam, kein Interesse. Der Juncker-Plan sehe ohnehin gemäß einem Bericht der griechischen Zeitung "To Vima" vor, dass die Euroländer Griechenland künftig zu 100 Prozent mit Krediten versorgen.

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Deutschland nimmt sich den schwachen Euro und die Gebaren der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Brust. Weder eine Lirafizierung des Euroraums noch ein über die Notenpresse finanziertes Griechenland dürfe es geben. Inzwischen sei ein Verbleib Griechenlands im Euro die wahre Gefahr.

Am Devisenmarkt bleibt der Euro in luftigen Höhen, nimmt man die Stände vom ersten Quartal 2015 zum Maßstab. Aktuell notiert der Euro Dollarkurs bei 1,1449. Das ist der höchste Stand seit drei Monaten.

"Die Lirafizierung des Euro muss gestoppt werden", fordert der Chef der FDP, Christian Lindner. "Gefährlicher als das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro ist jetzt das Verbleiben Griechenlands im Euro unter falschen Bedingungen", sagte Lindner, der sich vorstellen kann, dass die Griechen den Euro abgeben.

Der Chef der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, kritisiert die Versorgung griechischer Banken mit Zentralbankgeld scharf. "Dass Banken ohne Marktzugang Kredite gewährt werden, die damit Anleihen des eigenen Staates finanzieren, der selbst ohne Marktzugang ist, finde ich mit Blick auf das Verbot der monetären Staatsfinanzierung nicht in Ordnung", sagte Weidmann in einem Interview mit dem Handelsblatt.

EZB-Präsident Mario Draghi rechtfertigte derweil die unter seiner Führung vorangetriebene ultralockere Geldpolitik. Einer vorzeitigen Beendigung der Käufe von Staatsanleihen erteilte der Italiener bei einer Rede in Washington eine Absage. Dass die EZB Blasenbildungen und Ungleichgewichte an den Finanzmärkten herbeiführe, könne er nicht erkennen.